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25.03.2024

3. Herren: Die glorreichen Sieben: Dritter Akt

Erster Akt: MTV Elm

Zweiter Akt: VfL Sittensen

ATSV Sebaldsbrück - TSV Lunestedt III 9:7

Nachdem wir gegen Elm nur ein Remis und in Sittensen nur eine krachende Niederlage erwirtschafteten schickten wir uns an, gegen Sebaldsbrück den dringend benötigten Sieg für den sicheren Klassenerhalt zu erzielen. Dass die Bremer Truppe dabei mehr als nur ein paar Wörtchen mitzureden hatte lag allein schon darin begründet, dass sich die Jungs noch tiefer als wir im Abstiegsschlamassel befanden und mit einem Sieg gegen uns die Zügel wieder selbst in die Hand nehmen konnten.

Mit Sieben auf einen Streich machten wir uns auf in Sebaldsbrücker Gefilde, die mit Multimedia-Ausstattung und den Handtuchboxen der Profis mit Sicherheit einigen Liebhabern dieses Sports gefallen dürfte. Während sich Ronald bereits für sein Doppel mit mir einspielte und Martin zum Ausgleich noch eine Runde im strömenden Regen joggen ging, erholten sich Tiger und meine Wenigkeit zunächst einmal von den Strapazen des Vortages. Apropos Doppel, hier machten Ronald und ich gegen Bödeker/Weber bis zum Stand von 7:4 im fünften Satz wieder vieles richtig, bevor uns der Mut verließ und wir das Spiel noch abgaben. Loocki und Tiger machten kurzen Prozess mit Schoppe/Schulze (3:0) bevor Arne und Thorsten in einer knappen Partie gegen Langkowski/Domek das Nachsehen hatten (1:3). Nur 1:2 aus den Doppeln, die in der Hinrunde beim furiosen 9:2-Heimerfolg allesamt an uns gingen, deuteten schon mal auf einen deutlich ausgeglicheneren Spielverlauf hin. Oben nutzte Tiger, wie bereits am Vortag, viele der ihm gebotenen Chancen nicht, weshalb er einem langsam cleverer werdenden Schoppe in vier Sätzen unterlag (1:3). Loocki, dessen Schlafmangel aufgrund der Arbeit an diesem Wochenende neue Dimensionen anzunehmen schien (laut unserer Medienlandschaft und den Kommentaren einiger Sportsfreunde ist doch unsere Generation gar nicht mehr willens und fähig richtig zu arbeiten...🙃), zeigte Jungspund Bödeker seine Grenzen auf und schickte diesen nach drei Durchgängen wieder aus der Box. Arne, der gegen Spieler wie Weber eigentlich die richtigen Pfeile im Köcher hat, verfehlte leider zu oft das Ziel und sorgte somit für das 2:4 aus unserer Sicht (1:3). Gegen Noppenfreund Langkowski bestach ich in den ersten zwei Sätzen mit meinem gefährlichen Aufschlagspiel (Inspiration für die Menge an Rotation war hierbei definitiv Matti von Harten), bevor dieser in den kommenden zwei Sätzen die Vorhand härter „gegenschweißte“ als Yūto Muramatsu (seines Zeichens bester Materialspieler der Tischtennis Bundesliga). Wie auch schon am Freitag besann ich mich jedoch auf das „Evangelium der Aale“ (klare Buchempfehlung!) und wand mich zu einem 11:9-Erfolg im fünften Durchgang. Thorsten hatte gegen einen an diesem Tag gut aufgelegten Domek recht wenig zu bestellen und verlor demnach verdient mit 1:3. Martin, angetrieben von seiner intensiven Aufwärmeinheit, startete stark gegen Schulze, bevor dieser ihm nicht nur den zweiten Satz, sondern auch das ganze Spiel klaute (1:3).

Beim desolaten Zwischenstand von 3:6 galt es für uns nochmal den Mund abzuwischen und die Hose hochzuziehen, wollten wir doch an diesem Tag den Klassenerhalt perfekt machen. Loocki ging, wie es ein Einser tun sollte, voran und gewann in einem Kraftakt mit 3:2 gegen Schoppe. Tiger fand gegen Bödeker immer den richtigen Blockball und verkürzte auf 5:6 (3:1). Ich spielte gegen Weber in den ersten zwei Sätzen noch dümmer als ich den Jahresrückblick von Dieter Nuhr im Ersten finde, bevor ich nicht nur meinen Kopf, sondern auch Vorhand- wie Rückhandtopspin wiederfand und das Spiel noch in ein 3:2 ummünzte. 6:6 Comeback Baby! Arne traf gegen „Langnoppski“ wesentlich häufiger das Ziel und kippte das Momentum endgültig zu unseren Gunsten (3:2). Martin lieferte sich mit Domek die nächste enge Partie des Abends, wies hier jedoch nicht mal ein Viertel der Körperspannung seines Gegenübers auf, was in einer höheren Fehlerquote und einem verlorenen Spiel mündete (1:3). 7:7, crunch-time, jedes Ergebnis möglich und tatsächlich sollte beim Stand von 2:0 bei Thorsten gegen Schulze und 2:1 für Loocki & Tiger gegen Bödeker/Weber eigentlich alles nach unserem heiß ersehnten Auswärtssieg aussehen. Hier hatten wohl aber vor allem wir die Moral der Sebaldsbrücker unterschätzt, die alle drei in den kommenden Sätzen eine starke Leistungssteigerung an den Tag legten, während bei uns gefühlt die Angst vorm Gewinnen Einzug hielt. 2:3 Thorsten, 2:3 im Entscheidungsdoppel und 7:9 Endstand. Frenetischer Jubel bei unseren Gastgebern und hängende Köpfe auf unserer Seite, über die auch die fantastische Verköstigung unserer Gastgeber, allen voran durch Grillmeister Jonny, (an dieser Stelle auch herzlichen Dank für die Flexibilität bei der Pattyauswahl) nicht hinwegtrösten konnte.

Nur zu gern hätte ich den Berichts-Hattrick auch mit gewonnenen drei Punkten beendet. Stattdessen wurde aus der Heldengeschichte zunächst einmal eine Dramödie (denn witzig ist es mit den Jungs immer! 😀), die in den kommenden Partien gegen Otterstedt, zur überaus christlichen Zeit von 17 Uhr am Ostermontag und Bremen Ost (13.04.) noch ihr Happy-End finden kann und soll.

Bis dahin trainier ich weiter auf meiner Insel (liebe Grüße von der Helgoland Fähre).

Bis neulich,
Henning

Spielbericht

Aufzeichnung Tisch 1 auf YouTube

Aufzeichnung Tisch 2 auf YouTube

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