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16.10.2023

3. Herren: Tour de TT

Dritte sichert sich 4 weitere Zähler und 2 Vizekreismeistertitel am Großkampfwochenende

TSV Lunestedt III : TSV Otterstedt

Spielbericht

Nur 5 Tage nach dem wichtigen Auswärtserfolg gegen die Sportsfreunde des TV Oyten ging es für die Jungs der Dritten am Freitag, dem 13., gegen die Mitaufsteiger vom TSV Otterstedt erneut um wichtige Zähler. Das vom Datum beschworene Unglück sollte jedoch zunächst unsere Gäste treffen, die neben der Tatsache, dass sie ersatzgestärkt antraten, nur mit Müh und Not den Weg in die Halle fanden.

Den Einstieg in die bereits im Vorfeld eng eingeschätzte Begegnung markierten die Doppel, die allesamt über die volle Distanz gingen. Doppel 1 und 3 bewiesen abermals Nervenstärke, indem Loocki und Tiger nach komfortabler Führung ihre Gegner nach starker Aufholjagd in die Schranken wiesen, während Arne und Ronald nach 0:2 Rückstand einen „Reverse Sweep“ zu Stande brachten. Mathis und ich zeigten phasenweise wirklich guten Sport, mussten der besseren Links-Rechts-Kombi der Gegner letztlich aber leider doch zum verdienten Sieg gratulieren.

Oben hatte Loocki gegen einen gut aufgelegten Wajan wenig zu löten, während ich gegen Thomfohrde in den ersten zwei Durchgängen zunächst mit meinem eigenen „Eisen“ beschäftigt war, um schließlich mit der Devise: „Wenn die Vorhand nicht kommt, spiele ich halt den ganzen Tisch Rückhand“ in 4 Durchgängen zu verlieren. Angestachelt von verbalen Spitzen in Hinblick auf seinen „Großkatzenstatus“ machte Tiger da weiter, wo er gegen Oyten aufgehört hatte, und gewann in 4 gegen Heitmann. Mathis zeigte sich abermals verbessert, belohnte sich jedoch häufig noch nicht für seine starken Ballwechsel und musste schließlich nach kurzem Boxenstopp im 3. (0:11) seinem Gegner Schrodt zum 1:3 gratulieren. Arne, dem ich liebend gern mal den Spruch „Keine Macht den Noppen“ auf die Stirn tätowieren würde, ließ gegen Ersatzmann Rosenbrock nichts anbrennen und gab insgesamt nur 12 Punkte ab (3:0). Ronald, der die Dramatik von 5. Satzkrimis wirklich zu lieben scheint, lieferte sich mit Sportfreund Thoden einen Wettkampf, wer denn am meisten km/h in den Ball bekommt, und gewann diesen schließlich hauchzart mit 11:9 im Decider.

Mit einem Zwischenstand von 5:4 ging es in die zweite Einzelrunde, in die Loocki einen wesentlich besseren Start erwischte und nach gewonnenem Mammutsatz (16:14 im Dritten) gegen Thomfohrde obsiegte. Wajan und ich lieferten uns Aufschlag/Rückschlag-Festspiele, die ich aufgrund deutlicher Schwächen im offenen Spiel in 4. engen Sätzen verdient verlor. Angespornt von seiner Negativserie (Tiger hat im Training noch nie gegen mich gewonnen 😊) sah Tiger am Tisch an Stelle meines Linkshänderkollegens Schrodt vermutlich rot und gewann folglich in dominanter Manier in drei starken Durchgängen. An dieser Stelle gelobe ich, so lang es mir möglich ist, ungeschlagen gegen Tiger zu bleiben, damit dieser weiterhin derart stark gegen „Linkspfoten“ agiert! Mathis zeigte gegen Heitmann in den ersten zwei Sätzen sein bis dato bestes Tischtennis in dieser Spielzeit, konnte die aufsteigende Formkurve jedoch nicht konservieren und musste schließlich seinem Gegenüber zu einem unglücklichen 13:15 im 5. gratulieren. Arne entschied den Kampf „Kreativität vs. Rohe Gewalt“ gegen Thoden in fünf Sätzen für sich und sicherte uns somit den Punktgewinn. Ein sichtlich nervöser Capitano Ronald machte trotz anfänglicher Schwierigkeiten gegen Ersatzmann Rosenbrock den Sack zu und bescherte uns somit den zweiten Saisonsieg. An der Stelle sei gesagt, dass das Entscheidungsdoppel zu diesem Zeitpunkt bereits mit 0:2 zurücklag und Sportfreund Rosenbrock vielleicht gar nicht um die Bedeutung seines zweiten Einzels wusste.

Die Bedeutung von Ersatzspielern möchte ich an dieser Stelle nochmal besonders betonen. Ohne Sie wären viele Spiele schlichtweg nicht durchführbar und ich glaube, ich spreche für viele, wenn ich sage, dass es immer wieder schwierig ist, gegen einen vermeintlich offensichtlichen Underdog zu spielen, der im Gegensatz zu einem selbst eigentlich nichts zu verlieren hat. In dem Sinne ein herzliches Dankeschön an jeden Sportsfreund und jede Sportsfreundin da draußen, die sich bereit erklären, in anderen Mannschaften auszuhelfen!

Gestärkt durch einen kleinen Mitternachtssnack vom Capitano und einer Portion von Manegolds feinstem Zielwasser (mitgebrachter Scotch von seiner letzten Schottlandtour, siehe Foto) beendeten wir das erste Etappenziel des Wochenendes mit glücklichen Bäuchen und Gesichtern.

Kreiseinzelmeisterschaften Cuxhaven

Ergebnisse in click-TT

Frustriert über meine bisherige Saisonleistung entschloss ich mich kurzerhand bei den Kreismeisterschaften anzutreten und mich mit der zusätzlichen Wettkampfpraxis ein wenig „frei“ zu spielen. Nach zweistündiger Anfahrt mit den Öffis aus Bremen nach Bad Bederkesa steigerte sich nicht nur meine Ortskenntnis, sondern auch meine Vorfreude auf den, mit Hinblick auf die drei parallel gespielten Konkurrenzen, langen Turniertag. Meine Gruppe überstand ich zwar ohne Satzverlust, musste mich aber gegen meine Gegner Rusch K. (TuS Wremen), Merkulov (TV Langen) und Wyluda (TV Loxstedt) ordentlich strecken und ein ums andere Mal den „Aal“ machen, um den jeweiligen Satz noch zu gewinnen.

An der Seite von unserem Bufdi Thorben Behrmann lernte ich nicht nur, dass ich noch Vorhand spielen kann, sondern obendrein in der Lage bin, erfolgreich Doppel zu spielen. So sahen wir uns nach Siegen gegen Merkulov/Meyn (3:0) und Nguyen/Blum (3:1) im Finale der topgesetzten Paarung Schlicker/Rusch D. gegenüber. Es entwickelte sich eine enge Begegnung mit vielen spektakulären Bällen, in der Thorben und ich nach vier engen Sätzen (allesamt mit 2 Punkten Differenz) leider unterlagen.

Im Viertelfinale der Einzelkonkurrenz sah ich mich Albrecht (Geestemünder TV) gegenüber, der zuvor Thorben in der Gruppe hinter sich gelassen hatte. Nach erneuten Startschwierigkeiten im ersten Satz fand ich auch erstmals an diesem Wochenende das Vertrauen in mein Aufschlagspiel und gewann die folgenden Durchgänge wesentlich deutlicher. Im Halbfinale gegen den Luner Ex-Bufdi Thilo Dornis (TV Loxstedt), sah ich nach den ersten zwei Sätzen schon wie der sichere Gewinner aus, hatte die Rechnung aber ohne dessen Kämpferqualitäten gemacht. Folglich verlor ich verdienterweise die nächsten zwei Sätze, bevor ich mein Spiel ein wenig umstellte und den Sack am Ende zumachen konnte.

Als Zweitgesetzter des Turniers hatte ich somit meine „Pflicht“ erfüllt, blieb nur noch die Kür gegen den an Eins gesetzten Marvin Schlicker (TuS Wremen). Als die gefühlt einzigen Linkshänder in der Halle gestalteten wir das Spiel erwartbar chaotisch, ist doch die Chance zweier Linkshänder gegeneinander zu spielen ziemlich gering, und dennoch ansehnlich. Die Tatsache, dass unsere Erste jedoch drei weitere Exemplare dieser seltenen Spezies beheimatet (10% der Weltbevölkerung sind Linkshänder), steigerte mein Selbstbewusstsein jedoch enorm, was mir half den ersten Durchgang mit 12:10 nach Hause zu bringen. Irgendwie verpennte ich den Start in den zweiten Satz und durfte bis zum Stand von 4:10 nur Bälle sammeln. Dass es sich manchmal lohnt die diversen Schläge, die man im Netz bei den Profis sieht, nachzuahmen zeigte ich in den kommenden Minuten, in denen ich mich erfolgreich zum 10:10 „chop“ blockte und „strawberry“ flippte, während ich obendrein ziemlich unmögliche „Gegentoppis“ traf. Leider hielt ich diese „kreative“ Spielweise nicht durch und verlor den zweiten Durchgang 10:12. Gut eingestellt durch Mannschaftskamerad Loocki ging der Fight in Runde 3, welche ich nach Punkten mit 13:11 für mich entscheiden konnte. Beim Stand von 9:8 im 4. hatte ich das Spiel mit eigenem Aufschlag gefühlt in der Hand, entschied mich jedoch dreimal falsch und verlor 9:11. Im Fünften war die Luft raus und Schlicker, trotz der naheliegenden Analogie mit dem Bodentypen, einfach spritziger, weshalb mir nicht mehr als Gratulieren übrig blieb.

Mit gestärktem Selbstbewusstsein machte ich mich als doppelter Vizekreismeister mit Hilfe Loockis auf den Weg nach Hause, welches ich um 1:30 Uhr erreichte, um mir die empfohlenen 8 Stunden Schlaf zu gönnen, bevor es am Folgetag um 9:30 Uhr auf den Weg nach Lune zum Heimspiel gegen Sittensen II ging.

TSV Lunestedt III : VfL Sittensen II

Spielbericht

Nach einer kurzen aber erholsamen Nacht ging es mit frischer Motivation und der nötigen Menge Mate-Tee auf dem Beifahrersitz von Arne (beide wohnhaft in Bremen) Richtung Lune zum dritten Etappenziel der Wochenendtour. Auf meine Frage, was denn gegen Sittensen so gehen könne, antwortete Loocki am späten Vorabend noch, dass nach einem guten Start aus den Doppeln vielleicht etwas möglich wäre, uns aber in jedem Fall ein hartes Spiel bevorstehen würde. Er hätte damit kaum falscher liegen können, denn Doppel 2 und 3 gingen zwar in allesamt knappen, aber insgesamt 6 Sätzen an unsere Gegner. Glücklicherweise sorgte Loocki an Tigers Seite selbst dafür, dass die Doppel nicht zu einem gänzlichen Fehlstart wurden und gewann nach 0:2 noch mit 3:2 gegen Gerken/Glüß.

Oben zeigte Loocki laut eigener Aussage seine beste spielerische Leistung der vergangenen 2 Jahre und gewann klar in Drei gegen Slodczyk. Ich zeigte mich nach der Extraeinheit vom Vortag (Kreismeisterschaften) deutlich verbessert gegen Gerken, schwankte aber noch ein wenig zu stark und verlor schließlich hauchzart im Fünften. Tiger, beflügelt von seiner bestechenden Form der letzten zwei Spieltage, gewann souverän in drei Durchgängen gegen Sportsfreund Kogge, der mich mit dem Ausruf seines eigenen Namens ein ums andere Mal an meinen vorherigen Wohnort Rostock und das namentlich identische Lokal erinnerte, welches sich in meiner Straße befand. Mathis, dessen Formkurve, trotz ausbleibender Erfolgserlebnisse, bislang beständig nach oben zeigte, zeigte gegen Jaschinski das beste Tischtennis, welches ich bislang von ihm sehen durfte und gewann verdient mit 3:0. Arne, der an diesem Tag mit Knieschmerzen zu kämpfen hatte, stand gegen das sichere Schussspiel Bardenhagens bereits mit dem Rücken zur Wand, als er beim Stand von 1:2 und 4:6 selbstständig eine Auszeit nahm. Auf die Nachfrage, was in dieser Auszeit und dem damit verbundenen Coaching durch mich passierte, in deren Folge Arne 7 Punkte in Serie zum 11:6 Satzgewinn und ein 11:4 zum Punktgewinn auf den Tisch zauberte, blieb mir nur „Arne meinte, er bräuchte mal eine Pause“ als Antwort übrig. Vollendet wurde die beinahe „perfekte“ erste Einzelrunde (Schande über mein Haupt) durch Capitano Ronald, der sich in kampfesfreudiger Manier einen 3:0 Erfolg gegen Glüß sicherte. Somit bewahrheitete sich Loockis Prognose zwar nicht, allerdings schielten wir beim Zwischenstand von 6:3 nach der ersten Hälfte auf mehr als nur einen potenziellen Punktgewinn. Wir wollten nicht weniger als den Sieg.

Loocki und meine Wenigkeit eröffneten Runde Zwo mit zwei Fünfsatzkrachern, die abermals eine Punkteteilung mit sich brachten. Loocki verlor unglücklich in der Verlängerung des 5. gegen Gerken, wohingegen ich mich nach 6:9 Rückstand noch mit 11:9 gegen Slodczyk belohnen konnte. Tiger unterstrich nach kurzer Schwächephase im zweiten Satz gegen Jaschinski abermals, warum er momentan unser erfolgreichster Einzelspieler ist, und gewann souverän. Mathis zeigte gegen Thomas „Slice“ Kogge abermals solides TT, konnte jedoch nicht konsequent genug gegen die unangenehmen Tempo- und Schnittwechsel seines Gegners reagieren und verlor somit verdientermaßen 0:3. Vielleicht wäre hier mit einem größeren Schluck Zielwasser mehr zu holen gewesen. Arne sah sich im Spiel gegen Glüß vermutlich dem Gegnertypen gegenüber, der es ihm ermöglicht, die größte Bandbreite seines Spiels auf den Tisch zu zaubern. Dieser ließ sich nach einem 1:11 im zweiten Satz jedoch nicht entmutigen und bäumte sich nochmal auf. Am Nachbartisch gewann Ronald bereits gegen Bardenhagen und sicherte uns somit den sicheren Sieg. Arne jedoch beanspruchte es verdientermaßen für sich, den Sack zuzumachen, und holte das früher geltende Spiel mit 3:1 nach Hause.

Am Ende des Wochenendes behalten wir somit 4 Zähler zu Hause und finden uns auf Tabellenplatz 2 wieder. Als Team haben wir uns über die vergangenen Tage sowohl menschlich als auch spielerisch „gefunden“ und haben sowohl am Freitag als auch am Sonntag vor zahlreichen Zuschauern zeigen können, wie gut wir als Kollektiv harmonieren und uns ergänzen. An dieser Stelle herzlichen Dank an jede Person, die den Weg in die Halle gefunden hat, um uns zu unterstützen!

Einziges Manko scheint die „Doppelstärke“ von Mathis und mir zu sein. Erkundigte sich doch meine TT-affine Mutter kurz nach Spielende nach unserer Harmonie. Mathis erwiderte kurzerhand, dass dieser Trumpf erst dann ausgespielt werden soll, wenn er am dringendsten benötigt wird. Er schien damit auf Zufriedenheit zu stoßen, womit wir die Tour de TT wohlwollend abschließen konnten.

Am kommenden Freitag empfangen wir die Sportfreunde vom ATSV Sebaldsbrück und wollen uns keineswegs auf den bislang erspielten Punkten ausruhen, sondern weiterhin um jeden Ball kämpfen.

Wir freuen uns abermals über jegliche Unterstützung!

Bis neulich, Henning

Fotos vom Freitag gegen den TSV Otterstedt:

Fotos vom Sonntag gegen den VfL Sittensen II:

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