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12.07.2026

Senioren-WM 2026 in Südkorea

Wenn einer eine Reise tut...

So oder ähnlich geht das Sprichwort. Wenn aber gleich zwei völlig verrückte TT-Enthusiasten so etwas Ähnliches wie eine Reise um die halbe Welt unternehmen, um Ping-Pong zu spielen, dann ist das schon ein wenig schräg.

Nun, Thorsten und ich waren dabei, als in Gangneung die Weltmeisterschaft der Oldies eröffnet wurde. Dabei verlief schon die Anfahrt leicht holperig. Aus unerklärlichen Gründen verlor die Nordwestbahn auf der Riesenstrecke nach Bremen ca. 40 Minuten, die Gepäckkontrolle auf dem Riesenflughafen in Bremen verzögerte sich um etwa eine Stunde. Immerhin hob der Flieger Richtung Istanbul pünktlich ab, für einen Schreckmoment sorgte dann dort die Ankündigung, dass sich der Weiterflug um drei Stunden verzögern würde (von 1.30 Uhr auf 4.30 Uhr). Na ja, letztlich landeten wir dort um 18.30 Uhr (sieben Stunden Zeitverschiebung) und erreichten wohlbehalten unser Hotel.

Da wir zwei Nächte vorweg gebucht hatten, stand ein ausführliches Besucherprogramm auf der Agenda. Erstes Ziel: der alte Kaiserpalast Gyeongbokgung (kennt doch jeder!!). Schön, dass Senioren über 65 freien Eintritt hatten (die Koreaner ehren noch das Alter), beeindruckend die vielen koreanischen (Ehe)-Paare in ihren traditionellen Gewändern. Bedingt durch den Nationalfeiertag (6.6.) konnten wir in der Fußgängerzone anschließend zwei Stunden lang die farbenprächtigen Trachten/Umzüge bewundern. Das Kontrastprogramm lieferte der Seoul Sky Tower (oder Lotte-Tower) mit Biergetränk in 500 m Höhe sowie die Bewirtung im Rathaus von einem Computer. Dass das Abendessen mit Stäbchen für mich kläglich scheiterte (im Gegensatz zu Thorsten), sei am Rande vermerkt.

Der Transfer von Seoul zur Austragungsstätte Gangneung verlief glatt, auch wenn der zeitliche Rahmen (4 ½ Stunden Busfahrt) nicht ganz passte. Eindrucksvoll, was die Südkoreaner als Spielort am Olympiapark auf die Beine gestellt haben. Die Akkreditierung klappte einwandfrei, das Spielen selbst erfolgte in einer Halle mit 90 Tischen. Die Eröffnungsfeier am memorial day gestaltete sich eindrucksvoll (mit Schweigeminute/Nationalhymne), aber für uns zu laut, so dass wir uns rechtzeitig absetzen konnten. Natürlich wurde wieder ein koreanisches Restaurant aufgesucht, wobei wir – wie immer – die einzigen europäischen Gäste waren.

Der erste Einzelspieltag verlief relativ erfolgreich, wir konnten uns für die Hauptrunde qualifizieren. Thorsten unterlag lediglich einem starken Franzosen, ich erwischte eine recht ausgeglichene Gruppe, konnte mich aber als Gruppenerster durchsetzen. Zum Abend die gleiche Prozedur und die Feststellung, dass nur wenige Koreaner wirklich Englisch beherrschen. Folge: Unsere Essensbestellungen glichen eher einem Blindflug.

Der Doppel-/Mixedspieltag bedeutete vollen Einsatz. Thorsten, mit dem einzigen Deutsch sprechenden Koreaner, lieferte sich tolle Duelle und konnte die Gruppe als Dritter abschließen. Sein überaus netter Partner hatte 20 Jahre als Opernsänger in Hamburg gelebt und verstärkt nun die Theaterwelt in Seoul. Mein Partner und ich agierten gewöhnungsbedürftig, setzten uns trotz Niederlage als Gruppenerster durch.

Im Mixed fanden wir uns beide in der Consolation wieder. Thorsten gewann mit seiner Partnerin Anke Sprengel vom SV Frielingen ein Spiel, hatte aber auch eine äußerst starke Gruppe erwischt (1:2). Ich war froh, überhaupt eine Partnerin bekommen zu haben, die Brasilianerin gab sich auch wirklich viel Mühe, der 3. Platz konnte durchaus als Erfolg verbucht werden.

Der spielfreie Dienstag trieb uns an die lange Strandmeile von Gangneung, wo Thorsten die Wärme des Pazifiks austesten musste.

Mit der KO-Runde im Einzel ging es dann am nächsten Tag weiter. Thorsten hatte durchaus seine Chancen, spielte einen Satz gut, das reichte aber nicht zum Weiterkommen. Unsereiner hatte seine gute Form konserviert, erreichte das Achtelfinale und musste gegen einen kanadischen Chinesen mit 2:3 die Segel streichen.

Abends im Marktgebiet wieder die Blindbestellung, Hilfe von vier Koreanerinnen bekommen, keine wusste etwas mit Germany/Deutschland anzufangen. Den Abschluss bildete ein achtteiliges koreanisches Biertasting, wobei die Sprachkenntnisse keine große Rolle spielten.

Die sportlichen Wettkämpfe endeten für uns, was die Doppelspiele betraf, am Donnerstag in der ersten Runde. Lediglich meine brasilianische Mixedpartnerin lief zur Höchstform auf und sorgte mit ihren Fehlaufschlägen für Heiterkeit. Zu ihrer Entschuldigung sei gesagt, dass sie noch nie Doppel gespielt hatte und das Wechseln im Spiel für sie Neuland war. Immerhin, wir gewannen zweimal 3:2 und scheiterten anschließend in vier Sätzen. Damit war klar, dass wir am letzten Tag der WM nicht mehr aufzuschlagen brauchten.

Wir nutzten die Gelegenheit, noch einmal Gangneung näher unter die Lupe zu nehmen. Und siehe da, eine günstige Taxifahrt führte uns ins Zentrum, wo neben einem riesigen Markt eine ausgedehnte Fußgängerzone zum Verweilen einlud. Den Abschluss bildete ein gemütlicher Abend auf der Terrasse unseres Hotels.

Am nächsten Morgen begann der touristische Teil unseres Abenteuers. Wieder 4 ½ Stunden Busfahrt nach Seoul, Flug nach Osaka, Japan hatte uns. Der deutsche Reiseführer begleitete unsere 25-köpfige Reisegruppe und erklärte uns die vielen Eigenheiten dieses Landes. Wir lernten den schönsten (?) Bahnhof der Welt in Kyoto kennen. Seine zwölf Etagen mit unzähligen Geschäften, großem Freilichttheater und riesiger Gartenanlage auf dem Dach konnten schon beeindrucken. Ansonsten viele Tempel, Schreine, Parks. Die Namen rauschten einfach so an einem vorbei. Nach drei Nächten Kyoto dann die Fahrt mit dem Shinkansen nach Tokio. Imponierend, wie so eine Bahn organisiert werden kann. Wir fuhren mit dem langsamen Schnellzug (ca. 300 km/Std.), 500 m lang, Abfahrt alle drei Minuten in eine Richtung, sekundengenau. Unser Bummelzug, der an jedem Bahnhof zielgenau hielt, wurde in dieser einen Minute immer vom „richtigen“ Shinkansen mit 380 km/Std. überholt. Einfach gigantisch!

Von Tokio aus musste erst einmal der „Heilige Berg“ der Japaner, der Fujiyama, in Augenschein genommen werden. Dazu übernachteten wir an dessen Ausläufer für eine Nacht in einem anderen Hotel. Hinzukam das umfangreiche Ausflugsprogramm dieses Tages: Skywalk (Hängebrücke), Seefahrt auf dem Ashia See, Seilbahn zum stinkenden Schwefelberg. Und immer mit Sicht auf dieses Heiligtum. Wir konnten bei herrlichstem Wetter den Blick genießen, bei knapp 4000 m Höhe keine Selbstverständlichkeit. Vom Hotel in Erinnerung die Bezahlung der Getränke: eine Stunde/halbe Stunde frei trinken, so viel man kann/will. Nach der Besichtigung eines altjapanischen Museumsdorfes fuhr uns der Bus in unser letztes Hotel in Tokio. Dessen Zimmer zeigten mehr Komfort, allerdings auch wieder eine Toilette mit 14 Knöpfen. Ich habe die Bedienung bis zum Schluss nicht kapiert.

Natürlich kann man so eine kleine Stadt wie Tokio (ca. 30-40 Mio. Einwohner) nicht in fünf Tagen erkunden, aber wir haben teilweise in der Gruppe oder solo doch einige Eindrücke mitbekommen. Wie schon in Kyoto/Osaka, alles riesig (like Manhattan). Überall Wolkenkratzer, überall aber auch wieder Tempel, Schreine, Parks. Diese Symbiose macht natürlich auch den Reiz dieser Gigacity aus. Dass Thorsten mich ins Digital Art Museum schleppte (ganz hervorragend), die Freiheitsstatue einschließlich Rainbowbridge näherbrachte, werde ich ihm gerne verzeihen. Auf weitere Einzelheiten verzichte ich, doch einige grundsätzliche Punkte möchte ich noch anschneiden:

Volkmar

Vollständige Ergebnisse

Senioren 55
Einzel65. PlatzThorsten Winter
DoppelTR 33. PlatzThorsten Winter / Jungwoo Park (KOR)
MixedTR 33. PlatzThorsten Winter / Anke Sprengel (SV Frielingen)
Senioren 75
Einzel9. PlatzVolkmar Runge
Doppel17. PlatzVolkmar Runge / Gerd Hilgert (RTTVR)
MixedTR 5. PlatzVolkmar Runge / Belkiss Yuquie Honda Sodeyama (BRA)

Südkorea: Seoul

Südkorea: WM in Gangneung

Japan: Kyōto, Osaka

Japan: Tokio, Fuji

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