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08.10.2022

5. Herren: 4. Streich, aber was war mit dem Griechen?

SG Bederkesa/Ankelohe II - TSV Lunestedt V 5:9

Mit sonorem, gut gedämmten Volvo-Motorsound gleiten wir am frühen nächtlichen Morgen durch die schmalen dörflichen Straßen des heimatlichen Landkreises. Das fast gleißende Mondlicht weist uns den richtigen Weg von Ankelohe Richtung Beverstedt durch herausfordernde Nebenstrecken.

Wir scheinen eins mit dem Mond zu sein, denn auch der Mond ist zunehmend... Selbst das staksige, neugierige Rehkitz und später der kapitale, testosteronstrotzende, breitbeinige Platzhirsch mit beeindruckendem Geweih stehen am Straßenrand und treten bei unserem Herannahen zur Seite. Und es wirkt, als wollten sie uns, den wieder Siegreichen den Weg freimachen...

Ja, wir haben es wahr gemacht. Der 4. Streich, der so wichtige 4. Sieg ist uns gelungen! Doch erst einmal der Reihe nach...

Im ersten Spiel gegen Ringstedt gab der Gegner im Laufe des Spiels zum Besten "So haben wir gegen Lunestedt keine Chance. Wir hätten doch lieber in den Monaten vor dem ersten Punktspiel mal trainieren sollen." Und so verlief es dann auch...

Beim 2. Streich in Wulsdorf gelang uns das wohl fast einmalige Kunststück alle 6 Fünfsatzspiele für uns zum Sieg zu verbuchen!!!

Beim 3. Erfolg in Sellstedt drehten wir nach einer sensationellen Energie- und Mentalleistung den 5:7 Rückstand noch zum heißgefeierten Sieg.

Ja, und was war denn jetzt in Ankelohe das Besondere? Das ganz Besondere war - dass diesmal eigentlich nichts Besonders war... Es war quasi ein ganz normales Punktspiel! Also auch das haben wir gestern bewiesen, ganz normal können wir auch.

Das Normale begann wieder mit den z.T. tagelangen Ritualen bei den Fragestellungen: Wer ist halbwegs fit und kann spielen? Wer fährt und holt wen, wann, wo und manchmal auch warum ab? Diesmal neu, spielen wir in Bad Bederkesa oder in Ankelohe? Und der bei uns immer beliebter werdende Ur-Klassiker, mit welchem Trikot spielen wir denn heute?

Gefühlt schon Tage vorher halten wir uns mit diesen elementaren Fragen intellektuell auf erstaunlich hohem Niveau und geistig auf Trab. So wird der Spannungsbogen immer weiter und weiter gespannt.

Zum Spiel selbst, wir spielten übrigens im beschaulichen Ankelohe, da gibt es nicht viel zu sagen. Es war ein Spiel Mann gegen Mann und Frau gegen Mann. Um jeden Punkt wurde leidenschaftlich und unerbittlich gerungen. Ach, da fällt mir doch noch etwas Außergewöhnliches ein. In 2 Doppelpaarungen gingen zusammen 5 von 9 Sätzen mit dem seltenen Ergebnis von 11:1 aus. Doch wieder ein Kuriosum.

Ansonsten gelang uns kein geschmeidiges, innovatives oder voller Raffinesse gespicktes Tischtennis-Spiel sondern Tischtennis wurde von uns schweißtreibend erfolgreich gearbeitet. Auffällig war auch wieder zu erkennen, wie unsere empathischen Gegner doch wesentlich vitaler und fitter wirkten, während wir unsere Weh-Wehchen pflegten und diese herausstellten.

Auch hierzu sind leider 2 dazugekommen. Unabhängig voneinander gab es bei uns 2 Leichtverletzte zu beklagen, die sich bei dem Versuch den Ball behände aufzuheben an einer perfiden Metallkante an dem untersten Teil der Hallenwand zwischen Fingernagel und Fingerkuppe schmerzvoll verletzten. Bei dem gemütlichen Zusammensein nach dem Spiel wurde noch lange intensiv und durchaus kontrovers darüber diskutiert, ob die rote Färbung der skalpellartigen Metallkante vom alten Blut oder doch vom Rostflug herrührt...

Wer den letzten Spielbericht vom 30.09. hoffentlich entspannt genießen konnte, wird sich nun die unausweichliche Frage stellen, was war mit dem Griechen in Bad Bederkesa? Die überschäumende Vorfreude auf den Gourmettempel (es kann doch kein Zufall sein, dass sich in diesem Begriff auch das Wort Mett befindet...) war ja nicht zu toppen. Ich könnte jetzt zur Erklärung vieles schreiben. Ausnahmsweise mache ich es kurz. Wir und unsere sympathischen Gegner - wir haben es verbockt. Wir kämpften so exzessiv und zeitraubend gegeneinander das der gastfreundliche Grieche keine andere Wahl hatte als schließlich sein kulinarisches Haus der Gaumenfreude abzuschließen, ohne uns gestern zu verwöhnen. Manchmal ist die Wahrheit bitter...

Nachdem wir dann endlich das Punktspiel beendet hatten und abgekämpft und ausgehungert den schmuckkästchenartigen Spielbewegungsraum gegen den einige Stufen tieferliegenden und mit dem tollen Charme der 70er Jahre erfüllenden Partykeller der Gastgeber genießen konnten, stieg langsam wieder Lebensenergie in uns auf. Und als uns dann noch Bockwürste unter dem Motto "all you can eat" formvollendet serviert wurden, gab es kein Halten mehr... Es scheint mehr als ein Gerücht zu sein, dass einige aus unserer famosen Mannschaft auch dabei an bzw. über ihre Leistungsgrenze gegangen sind und sich mindestens 4 Würste einverleibten. Es war ja auch unser 4. Punktspiel und wir hatten Bock auf Bockwurst...

Doch nach dem Spiel ist vor dem Spiel und so schwirren unsere Gedanken schon um das alle elektrisierende Gipfeltreffen in der Kreisliga am Montag, den 17.10. gegen die schier unbesiegbar erscheinenden Drangstedter. Denen wollen wir bei uns zuhause in unserer kaum einzunehmenden Festung trotzdem ein Bein stellen. Aber nicht weitersagen. Soll ja eine Überraschung für die werden!

Deshalb wird am Freitag davor extra ein intensives Mannschaftstraining von 19 - 21 Uhr anberaumt. Danach ist geplant direkt zur Spielanalyse und Taktikbesprechung etc. zum G. zu fahren. Ich schreibe das Wort lieber nicht mehr aus - vielleicht klappt es ja dann endlich mal...

Zu guter letzt noch wieder ein Hinweis an unsere Familien, an unsere Lieben. Bitte tut alles um die Folgen unserer Tischtennisschlacht zu lindern und entlastet uns - also eure Helden - bitte in der nächsten Tagen bei den Alltagsdingen damit wir wieder siegreich sein können... Danke!

Bis bald und ich hoffe das Lesen hat wieder ein wenig Spaß gemacht,

Thomas

Spielbericht

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